Was sagen die Parteien über die Zukunft des Netzwerks Stadt-Land Sachsen-Anhalt e.v.

Auf die Frage:
„Welche Maßnahmen würden Sie treffen, um das Netzwerk Stadt-Land in den nächsten Jahren zu entwickeln bzw. zu fördern?“

wurde von den Parteien folgendes geantwortet:

CDU

Das Netzwerk Stadt-Land leistet mit seiner Arbeit als Verein und als Träger einer LEADER/CLLD-Geschäftsstelle einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung ländlicher Regionen in Sachsen-Anhalt. Solche Netzwerke stärken den Austausch von Erfahrungen, fördern ehrenamtliches Engagement und unterstützen innovative Projekte vor Ort. Eine Weiterentwicklung hin zu einer Stadt-Land-Akademie kann aus unserer Sicht unter Einbindung bestehender Förderprogramme von EU, Bund und Land eine interessante Perspektive sein. Dabei sollte geprüft werden, wie bestehende Strukturen, Netzwerke und Förderprogramme genutzt werden können, um Wissenstransfer, Qualifizierung und den Austausch zwischen Kommunen, Vereinen, Wirtschaft und Wissenschaft weiter zu stärken. Für die kommende Legislaturperiode setzen wir uns dafür ein, die erfolgreichen Instrumente der ländlichen Entwicklung, insbesondere LEADER, verlässlich fortzuführen und den ländlichen Raum als attraktiven Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsstandort weiter zu stärken.

SPD

Entscheidend ist für uns zunächst, dass in den kommenden Jahren die EU-Strukturförderprogramme weiterhin von den Ländern und Kommunen gesteuert werden. Eine Zentralisierung im Bundeshaushalt lehnen wir ab. Dies würde sonst auch die bewährten LEADER- und CLLD-Ansätze in Sachsen-Anhalt gefährden. Wir streben einen frühzeitigen Start der Förderperiode 2028-2034 an und sorgen für eine Übergangsfinanzierung bei laufenden Projekten. Darauf aufbauend unterstützen wir die Nutzung von LEADER/CLLD gerade im ländlichen Raum und in den Strukturwandelregionen als Kerninstrument der regionalen Entwicklung. Die Prioritäten sollen dabei auf der Stärkung von Familien, junger Menschen, Bildung, Berufsorientierung und regionaler Infrastruktur liegen. Zur schnellen Umsetzung von Projekten werden wir die Programme vermehrt pauschalieren und an Meilensteine knüpfen. Zudem ist der Antragsprozess zu vereinfachen – beispielsweise durch die Nutzung digitaler Instrumente und die Angabe von Daten nach dem „Once-only“-Prinzip.

FDP

Die Aussage, dass Netzwerke vor allem im ländlichen Raum schwächer ausgebaut sind, teilen wir in dieser Pauschalität nicht. Längere Fahrtwege sind sicherlich für die Netzwerkarbeit herausfordernd, dafür ist die Bereitschaft, sich überhaupt ehrenamtlich zu engagieren, im ländlichen Raum häufig stärker ausgeprägt. Wir werden die Kofinanzierung des Landes für LEADER/CLLD fortführen.

Grüne

Wir verstehen die Arbeit des Vereins als ein Instrument der Stärkung demokratischer Resilienz im ländlichen Sachsen-Anhalt. Als Grüne würden wir uns dafür einsetzen, die bestehende Vereinsarbeit und die LEADER-Erfahrung als Grundlage zu nutzen und die Akademie schrittweise zu entwickeln, durch die Erschließung geeigneter Fördermittel und den Aufbau eines breiten Trägernetzwerks.

LINKE

Wir wollen starke Netzwerke, Austauschformate und Wissenstransfer zwischen Kommunen, Vereinen, lokalen Initiativen und regionalen Akteuren fördern – gerade im ländlichen Raum. Denn viele Orte stehen vor ähnlichen Problemen: fehlendes Personal, komplizierte Förderanträge, knappe Kassen, leerstehende Gebäude oder die Frage, wie Dorfleben, Nahversorgung, Kultur und Mobilität erhalten bleiben Seite 7 / 8 können. Nicht jede Gemeinde muss dafür allein eine Lösung finden. Wenn Kommunen voneinander lernen, gute Ideen weitergeben und gemeinsam Projekte entwickeln, spart das Zeit, Geld und Kraft. Die Arbeit des Netzwerks Stadt-Land und der LEADER/CLLD-Strukturen ist dafür ein wichtiger Beitrag. Sie bringen Menschen zusammen, die vor Ort etwas bewegen wollen: Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Vereine, Initiativen, Unternehmen, Verwaltungen und engagierte Bürgerinnen und Bürger. Dort können Erfahrungen geteilt, Projekte vorbereitet und gute Beispiele aus anderen Regionen übertragen werden. Solche Strukturen wollen wir weiterentwickeln, gemeinsam mit den beteiligten Kommunen, Initiativen und regionalen Akteuren. Ziel ist, dass gute Ideen aus den Orten nicht an Bürokratie, fehlender Beratung oder mangelnder Vernetzung scheitern.

AfD

Vernetzung im ländlichen Raum darf nicht von oben verordnet werden. Künstlichen Parallelstrukturen wie einer Stadt-Land-Akademie erteilen wir eine klare Absage. Wahre Vernetzung entsteht freiwillig, außerhalb staatlicher Institutionen und ganz im freien Ermessen der jeweiligen Gremien vor Ort. Statt Steuergelder für bürokratische EU-Förderstrukturen zu versenken, stärken wir das traditionelle, unpolitische Vereinswesen wie Heimatvereine, Feuerwehren und den Sport. Gemeinden müssen finanziell so ausgestattet sein, dass sie diese Strukturen eigenständig und ohne ideologische Vorgaben fördern können!

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